Bereich Medizin
Down-Syndrom - Was ist das?
Der menschliche Körper setzt sich aus Zellen zusammen. Im Kern
jeder Zelle befinden sich die fadenförmigen Träger der
Erbinformation, die sogenannten Chromosomen. Es sind in der Regel
46, zusammengefasst zu 23 Paaren. Sie bestimmen mit, wie wir
aussehen und wie wir uns entwickeln.
Menschen mit Down-Syndrom haben 47 Chromosomen in jeder
Körperzelle. Bei der Verschmelzung der elterlichen Keimzellen und
der sich anschliessenden Zellteilung hat sich das Chromosom 21 bei
einem Baby nicht - wie üblich - zweimal, sondern dreimal
eingestellt. Weil das Chromosom 21 dreimal vorkommt, wird das
Down-Syndrom auch Trisomie 21 genannt.
Bei 95% aller Menschen mit Down-Syndrom ist in jeder Körperzelle
dieses eine Chromosom zuviel angelegt. Bei weiteren 4% verbindet sich
dieses zusätzliche Chromosom 21 mit einem anderen Chromosomenpaar. Dafür
besteht die Bezeichnung "Translokation". Im verbleibenden
restlichen Prozent zeigt sich das Down-Syndrom als sogenannte
"Mosaikform". Hier enthalten die Zellen teils den üblichen Satz
von 46 Chromosomen, teils haben sie 47 von ihnen.
Warum hat unser Kind das Down-Syndrom?
Da die Forschung auf diesem Gebiet noch sehr jung ist, sind die
Ursachen für die Entstehung des Down-Syndroms bis heute nicht bekannt.
Nur sehr selten (bei gewissen Translokationen) spielt Vererbung eine
Rolle. In der Regel entsteht das Down-Syndrom aufgrund spontaner Fehler
bei der Zellteilung während der Bildung der Ei- oder Samenzelle oder auch
bei den ersten Teilungen der befruchteten Eizelle. Konkrete Ursachen für
solche Teilungsfehler kennt man nicht, man weiss lediglich, dass sie bei
höherem Alter der Mutter häufiger werden. Sie können aber in jedem
Lebensalter auftreten und ein grosser Teil der Kinder mit Down-Syndrom hat
eine junge Mutter.
Das Down-Syndrom besteht also schon bei oder kurz nach der
Befruchtung. Deshalb können Einwirkungen während der Schwangerschaft,
wie z.B. Erkrankung der Mutter, Nährstoff- oder Vitaminmangel, Alkohol,
Nikotin oder Drogengenuss, zwar durchaus zu Schädigungen beim Kind
führen, mit Sicherheit aber nicht das Down-Syndrom bewirken.
Was bedeutet Down-Sydrom für unser Kind?
Das dreifach vorhandene Chromosom 21 beeinflusst die Entwicklung des
Babys von Anfang an, und so bemerken sie, wenn auch in ganz
unterschiedlicher Ausprägung, bestimmte körperliche und genetisch
bedingte Zeichen und Merkmale, die Menschen mit Down-Syndrom besonders
kennzeichnen.
Und trotz dieser Gemeinsamkeit ist jeder von Ihnen eine einzigartige
Persönlichkeit mit viel Individualität - sowohl im Aussehen als auch in
der gesamten persönlichen Entwicklung.
Die geistigen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Sydnrom wurden in der
Vergangenheit immer unterschätzt. Schwerste geistige Behinderung aber ist
ein Ausnahmefall: Die meisten Betroffenen können als Erwachsene ein
selbständiges Leben in einem geschützten Umfeld führen.
Wie wird sich unser Kind entwickeln?
Kinder mit Down-Syndrom haben die gleichen Bedürfnisse wie alle
Kinder. Sie möchten in ihrer Familie geborgen sein, ihre Umwelt
entdecken, spielen, lernen, lachen, Freunde gewinnen und natürlich auch
immer selbständiger werden. Deshalb ist ein Umfeld wichtig, in dem das
Kind normal aufwachsen und sich entwickeln kann. Die beste Voraussetzung
für einen guten Start ins Leben ist eine liebevolle Aufnahme in der
Familie.
Was ist ein Syndrom?
Die Bezeichnung "Syndrom" stammt aus der Medizin und meint
das Zusammentreffen besonderer körperlicher Merkmale, die gemeinsam auf
ein und diesselbe Ursache zurückzuführen sind. Das Down-Syndrom ist
keine Krankheit: Es ist also nicht heilbar und unsere Kinder sind keine
Patienten.
„Entdecker“ vom Down-Syndrom
Der englische Arzt J. Langdon H. Down war der erste, der die
Besonderheiten von "mongoloiden" Menschen 1866 systematisch
beschrieb. Er nannte sie so, weil ihn ihre auffällige Lidstellung an
Bewohner der Mongolei erinnerte. Heute wissen wir, dass diese Bezeichnung
sowohl falsch als auch irreführend ist, so dass sie keine Verwendung mehr
finden sollte; überall auf der Welt gibt es Menschen mit Down-Syndrom,
auf allen Kontinenten und bei allen Menschenrassen! In Erinnerung an
Langdon Down sprechen wir heute vom Down-Syndrom, weil ihm eine
biologische, genetische Ursache zugrundeliegt, nämlich eine Veränderung
der Chromosomen.
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