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Down-Syndrom - Was ist das?

David, Winter 2000/2001 Der menschliche Körper setzt sich aus Zellen zusammen. Im Kern jeder Zelle befinden sich die fadenförmigen Träger der Erbinformation, die sogenannten Chromosomen. Es sind in der Regel 46, zusammengefasst zu 23 Paaren. Sie bestimmen mit, wie wir aussehen und wie wir uns entwickeln.

Menschen mit Down-Syndrom haben 47 Chromosomen in jeder Körperzelle. Bei der Verschmelzung der elterlichen Keimzellen und der sich anschliessenden Zellteilung hat sich das Chromosom 21 bei einem Baby nicht - wie üblich - zweimal, sondern dreimal eingestellt. Weil das Chromosom 21 dreimal vorkommt, wird das Down-Syndrom auch Trisomie 21 genannt.

Bei 95% aller Menschen mit Down-Syndrom ist in jeder Körperzelle dieses eine Chromosom zuviel angelegt. Bei weiteren 4% verbindet sich dieses zusätzliche Chromosom 21 mit einem anderen Chromosomenpaar. Dafür besteht die Bezeichnung "Translokation". Im verbleibenden restlichen Prozent zeigt sich das Down-Syndrom als sogenannte "Mosaikform". Hier enthalten die Zellen teils den üblichen Satz von 46 Chromosomen, teils haben sie 47 von ihnen.

Warum hat unser Kind das Down-Syndrom?

Da die Forschung auf diesem Gebiet noch sehr jung ist, sind die Ursachen für die Entstehung des Down-Syndroms bis heute nicht bekannt. Nur sehr selten (bei gewissen Translokationen) spielt Vererbung eine Rolle. In der Regel entsteht das Down-Syndrom aufgrund spontaner Fehler bei der Zellteilung während der Bildung der Ei- oder Samenzelle oder auch bei den ersten Teilungen der befruchteten Eizelle. Konkrete Ursachen für solche Teilungsfehler kennt man nicht, man weiss lediglich, dass sie bei höherem Alter der Mutter häufiger werden. Sie können aber in jedem Lebensalter auftreten und ein grosser Teil der Kinder mit Down-Syndrom hat eine junge Mutter.

Das Down-Syndrom besteht also schon bei oder kurz nach der Befruchtung. Deshalb können Einwirkungen während der Schwangerschaft, wie z.B. Erkrankung der Mutter, Nährstoff- oder Vitaminmangel, Alkohol, Nikotin oder Drogengenuss, zwar durchaus zu Schädigungen beim Kind führen, mit Sicherheit aber nicht das Down-Syndrom bewirken.

Was bedeutet Down-Sydrom für unser Kind?

Das dreifach vorhandene Chromosom 21 beeinflusst die Entwicklung des Babys von Anfang an, und so bemerken sie, wenn auch in ganz unterschiedlicher Ausprägung, bestimmte körperliche und genetisch bedingte Zeichen und Merkmale, die Menschen mit Down-Syndrom besonders kennzeichnen.

Und trotz dieser Gemeinsamkeit ist jeder von Ihnen eine einzigartige Persönlichkeit mit viel Individualität - sowohl im Aussehen als auch in der gesamten persönlichen Entwicklung.

Die geistigen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Sydnrom wurden in der Vergangenheit immer unterschätzt. Schwerste geistige Behinderung aber ist ein Ausnahmefall: Die meisten Betroffenen können als Erwachsene ein selbständiges Leben in einem geschützten Umfeld führen.

Wie wird sich unser Kind entwickeln?

Kinder mit Down-Syndrom haben die gleichen Bedürfnisse wie alle Kinder. Sie möchten in ihrer Familie geborgen sein, ihre Umwelt entdecken, spielen, lernen, lachen, Freunde gewinnen und natürlich auch immer selbständiger werden. Deshalb ist ein Umfeld wichtig, in dem das Kind normal aufwachsen und sich entwickeln kann. Die beste Voraussetzung für einen guten Start ins Leben ist eine liebevolle Aufnahme in der Familie.

Was ist ein Syndrom?

Die Bezeichnung "Syndrom" stammt aus der Medizin und meint das Zusammentreffen besonderer körperlicher Merkmale, die gemeinsam auf ein und diesselbe Ursache zurückzuführen sind. Das Down-Syndrom ist keine Krankheit: Es ist also nicht heilbar und unsere Kinder sind keine Patienten.

„Entdecker“ vom Down-Syndrom

Der englische Arzt J. Langdon H. Down war der erste, der die Besonderheiten von "mongoloiden" Menschen 1866 systematisch beschrieb. Er nannte sie so, weil ihn ihre auffällige Lidstellung an Bewohner der Mongolei erinnerte. Heute wissen wir, dass diese Bezeichnung sowohl falsch als auch irreführend ist, so dass sie keine Verwendung mehr finden sollte; überall auf der Welt gibt es Menschen mit Down-Syndrom, auf allen Kontinenten und bei allen Menschenrassen! In Erinnerung an Langdon Down sprechen wir heute vom Down-Syndrom, weil ihm eine biologische, genetische Ursache zugrundeliegt, nämlich eine Veränderung der Chromosomen.

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E-Mail: David@ro-ben.ch

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